Archive für März 2010

Tröpfchen, für Tröpfchen … …. So kommen wir zu einfachen Wahrheiten


 

Auf die These „Die Erde ist eine flache Scheibe“ werden die meisten von uns vermutlich antworten mit : „Was für ein Unsinn!“

 

Christoph Columbus hat Amerika entdeckt?“

 

Schnell kommt ein „Logo!“ Und nach einem kurzen Zögern vielleicht noch: „Das heißt: Waren die Wikinger nicht 500 Jahre früher da? …. Puh, noch mal Glück gehabt.“

 

Gene sind giftig?“ Na klar, tönt es selbstbewusst zurück, und wieder hat man das Gefühl im Quiz des Wissens die nächste Stufe des Erfolgs erklommen zu haben.

 

Diese Selbstsicherheit darf nicht wirklich überraschen, wenn man sich vergegenwärtigt, wie subtil diese Botschaft mittlerweile unter die Menschen gebracht wird. Aktuelles Beispiel ist eine „Studie“ der Verbraucherzentrale, die von der BILD Zeitung (vom 12.3.10) begierig aufgegriffen worden ist. „ Diese Zusätze können sie krank machen“ heißt es schon auf Seite 1. Und der Beweis? „Die Stoffe könnten (sic!) gentechnisch hergestellt worden sein.“ Ach so. Dann ist ja alles klar.

 

Aber mit der Bewertung wird es ja auch immer schwerer. Es ist nicht wirklich erstaunlich, dass von Seiten der Ökobranche und  der Umweltorganisationen die Zulassung der gentechnisch veränderten Amflora-Kartoffel nicht gebilligt wurde. Aber bei der Begründung kommt auch die Kritikergemeinde langsam durcheinander.  Als dreist wertet Prinz zu Löwenstein, seines Zeichens Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die Grenzwertregelung, „obwohl Amflora gar nicht für den Verzehr geprüft oder zugelassen ist.” Zeitgleich beschwert sich Greenpeace in seinem EinkaufsNet: ”Die Kartoffel, die eigentlich nur für technische Produkte wie Kleister genutzt werden soll, hat auch eine Zulassung für Tierfutter und Lebensmittel erhalten”. Ein wunderbares Beispiel dafür, dass die Unternehmensseite eigentlich tun kann was sie will - sie bekommt auf jeden Fall  ”Prügel”. Vor allen Dingen dann, wenn sie das sonst so hochgehaltene Vorsorgeprinzip ernst nimmt. Denn eine Sicherheitsüberprüfung vorzunehmen, die man für sein Produkt eigentlich nicht braucht, die man aber trotzdem durchführt, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein, sollte doch eigentlich Lob hervorrufen. Aber weit gefehlt.

 

Das nicht überraschende Ergebnis dieser Form der modernen Gehirnwäsche zeigt sich schon bei 10. Klässlern. Eine von ihnen hat in einem Zeitungsvolontariat ihren Beitrag überschrieben mit: „Möglicher Zusammenbruch durch Genmanipulation“. Konkrete Fakten hierfür hat die Schülerin in ihrem ansonsten gut recherchierten Beitrag nicht vorweisen können. Dafür bleibt es beim Allgemeinen („Doch Achtung …Fehler sind vorprogrammiert und die Auswirkungen, welche die Gentechnik auf den Menschen und die Umwelt haben könnte, sind weder zeitlich noch räumlich ermessbar“). Und auch die Lösung aller Probleme ist auch schon „einprogrammiert“: „Wie kann ich als Verbraucher gentechnisch manipulierte Lebensmittel vermeiden? Lebensmittel aus Ökolandbau oder mit dem Siegel “ohne Gentechnik” sind frei von manipulierten Genen.“

 

Wussten wir es doch! Vielleicht blieben wir doch lieber bei den alten Wahrheiten?

 

Wie zum Beispiel, dass die Erde eine flache Scheibe ist.

 

 

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